Die Freiwillige Feuerwehr Boltersen wurde im Jahre 1902 gegründet und ist eine Ortsfeuerwehr in der Samtgemeinde Scharnebeck. Der Ort Boltersen hat ca. 750 Einwohner und liegt im Landkreis Lüneburg in Niedersachsen. Zur Zeit haben wir 28 Mitglieder in der Einsatzabteilung, davon 6 Frauen und 22 Männer. Die Jugendfeuerwehr hat 11 Mitglieder und die Altersabteilung 10 Mitglieder. Dazu gekommen ist die Kinderfeuerwehr mit 16 Kindern.


Ein kleiner Einblick in unsere heiligen Hallen
Ein kleiner Einblick in unsere heiligen Hallen

                                                 Ortskommando 2014

                                                        OrtsBM     Carsten Schult

                                              Stellv.OrtsBM    Cord Peter Keul

                                         1 Gruppenführer    Gerd Hagemann

                                         2 Gruppenführer    Sven Schröder

                                        Jugendfeuerwehr   Nils Keul

                                                          Kinderfeuerwehr 
                                              Diana Fechner-Lena Chrubassik

                                                 Kassenwart     Lars Fuhrmann

                           Atemschutzbeauftragter   Björn Schröder

                            Sicherheitsbeauftragter   Lars Fuhrmann

                                                            Melder   Jan Hagemann

                                                Schriftführer   Eckhard Sommer


                                             Bild ist  Stand: Mai 2014

Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Boltersen

1902 - 1914

Ernst Schwarz sen.

1914 - 1924

Hermann Meyn

1924 - 1944

Wilhelm Schütt sen.

1944 -1946

Gustav Meyer

1955 - 1971

Fritz Meier

1971 -1989

Hermann Suhrke

1989 - 2001

Carlo Wilkens

2001 - heute

Carsten Schult




Gründungsfoto aus dem Jahre 1902



1. Reihe:

E. Hagemann, H. Hagemann

2. Reihe:

A. Meyn, G. Müller, H. Schröder, H. Bruns, E. Schwarz H. Meyn, A. Röhr, Fr. Schröder, H. Hagemann

3. Reihe:

I. Wiechel, W. Lütge, W. Schütt, H. Könke, Fr. Hagemann, A. Overin, I. Elvers, A. Ahrens, W. Albrecht, H. Martens

4. Reihe:

W. Buchholz, H. Goedecke, Fr. Schwarz, H. Moritz, G. Meyer, H. Seedorf, W. Overin, Fr. Gause

5. Reihe:

H. Hagemann, G. Hagemann, Fr.Niebuhr, Chr. Radant, H. Meyer, H. Carminke, H. Hillermann

6. Reihe:

A. Wendel, H. Lopau, W. Brammer, H. Engelke, I. Müller


Im Jahre 1898 wurde Boltersen von zwei Großbränden heimgesucht. In der Nacht vom Grünendonnerstag zum Karfreitag brannte die Wassermühle in Neu Boltersen nieder. Am frühen Morgen des zweiten Weihnachtstages brannte der Hof von Heinrich Niendorf ( heutige Hofstelle von Hermann Bohn ) in Neu Boltersen bis auf die Grundmauern nieder. Zwei Jahre später, in der Nacht vom 16. zum 17. Juli 1900 kam es nach einem schweren Gewitter, durch einen Blitzschlag zu einem Großfeuer gegenüber des alten Schulhauses auf der Hofstelle Gause.
Den Eigentümern konnte nicht geholfen werden, die Einwohner Boltersens waren der Macht des Roten Hahnes hilflos ausgesetzt. Viele kleine Orte teilten diese bittere Situation der Hilflosigkeit, bis im Jahre 1901 das erste Brandschutzgesetz erlassen wurde und jede Gemeinde verpflichtet wurde, eine eigene Feuerwehr zu gründen.

Am 4. Mai 1902 wurde die Freiwillige Feuerwehr Boltersen - Sülbeck nach "Erlass der Polizeiverordnung, betreffend der Regelung des Feuerlöschwesens" aus dem Jahre 1901 gegründet. Insgesamt 43 Einwohner der beiden Orte gehörten zu den Gründungsmitgliedern:
37 Mitglieder aus der Gemeinde Boltersen und 6 Mitglieder aus der Gemeinde Sülbeck. Am 7. Juli 1902 traten nach der Bestätigung durch den Landrat Müller die Statuten (damalige Satzungen der Freiwilligen Feuerwehren) in Kraft. Das damalige Ortskommando wurde auf drei Jahre gewählt und bestand aus dem Hauptmann, Hauptmann Stellvertreter, einem Schriftführer, zwei Zugführern und einem Obersteiger.






Das Kommando aus dem Gründungsjahr 1902

 

 

Hauptmann:

Ernst Schwarz

Hauptmann Stellv.:

Hermann Meyn

Schriftführer:

Heinrich Schröder

1. Zugführer:

Adolf Röhr

2. Zugführer:

Friedrich Schröder

Obersteiger:

Heinrich Bruns






Die Erstausrüstung der Feuerwehr umfasste einen Betrag von 3440,25 Mark Den Hauptanteil der Kosten übernahm die Gemeinde Boltersen mit einem Betrag in Höhe von 2432,20 Mark. Die Gemeinde Sülbeck zahlte nach Vereinbarung einen Betrage in Höhe von 608,05 Mark. Der Zuschuss der Landschaftlichen Brandkasse betrug 400 Mark. Folgende Ausrüstungsgegenstände wurden angeschafft:

eine Handdruckspritze

1221,50 Mark

Steigergerätschaften

149,30 Mark

Schläuche, Strahlrohre, etc.

364,60 Mark

Feuerwehrhelme

245,65 Mark

Feuerwehrröcke

580,00 Mark

Feuerwehrhemden

267,40 Mark




Die Baukosten des Spritzenhauses beliefen sich auf 616,25 Mark. Davon betrugen die Materialkosten 450,00 Mark und die Lohnkosten für die angefallen Arbeitsstunden 166,80 Mark. Das Spritzenhaus wurde in der Straße am Kirchwege gebaut.

Zur Brandbekämpfung wurde eine Handruckspritze eingesetzt. Diese befand sich auf einem Wagen und wurde von vier Personen bedient. Innerhalb der Feuerwehr war genau festgelegt, wer zu welchem Zeitpunkt Pferde mitbrachte, um den Wagen zu ziehen.

Die folgenden Jahre zeigten schnell, wie auch schon die Vergangenheit, dass eine Feuerwehr für die Ortschaften Boltersen und Sülbeck nötig war. Hier einige Auszüge von besonderen Einsätzen der neu gegründeten Feuerwehr:
Nach einem schweren Gewitter am 24. Mai 1907 brannte nach einem Blitzschlag in Neu Boltersen ein landwirtschaftliches Wohnhaus bei F. Hagemann nieder. Zeitgleich brannte es auch in Rullstorf und Scharnebeck. Ebenfalls nach einem Blitzschlag brannte am 23. Mai 1922 bei Röhrs in der jetzigen Dorfstraße ein Wohnhaus mit zwei Nebengebäuden nieder. Am 10. Januar 1924 brannte ein landwirtschaftliches Wohnhaus auf der Hofstelle Hagemann am Sod, vermutlich nach einem Schornsteinbrand, völlig nieder. Da die Dächer der Nachbargebäude mit Schnee bedeckt waren, breitete sich das Feuer nicht weiter aus. Im Sommer wäre wahrscheinlich der innere Ortskern dem Feuer zum Opfer gefallen.

Wenn ein Feuer ausgebrochen war, fuhr der Hornist ( Melder ) mit einem Fahrrad durch den Ort und alarmierte die Feuerwehr mit einem Metallhorn. Da es drei Ortsteile gab, Boltersen, Neu Boltersen und Sülbeck gab es auch drei Hornisten. Zwei der historischen Metallhörner stehen noch bis heute in einer Glasvitrine im Feuerwehrhaus.

Im Jahre 1931 verlor Sülbeck den Status einer Gemeinde und wurde ein Ortsteil der Gemeinde Wendhausen. Somit wurde auch die Feuerwehr Boltersen - Sülbeck getrennt.
Während des 2. Weltkrieges wurden in den letzen Kriegsjahren die Frauen des Ortes zu den Feuerwehrdiensten mit heran gezogen, da sich die Männer im Krieg oder der Gefangenschaft befanden; einige der Kameraden kehrten aus dem Krieg nicht mehr zurück.

1951 wurde eine gebrauchte Motorspritze von der Royal Airforce, die zu damaliger Zeit auf dem Lüneburger Flugplatz stationiert war, beschafft. Die Motorspitze, Schläuche und Leitern wurden dann auf einem Anhänger gelagert, der zu Übungsdiensten und Einsätzen von einen Traktor gezogen wurde.

Auf der Jahreshauptversammlung am 2. Mai 1952 wurde ein Schlauchwart in das Kommando aufgenommen, aus dieser Funktion entwickelte sich dann im laufe der Jahre der Gerätewart.

Am 06. Juli 1952 fand das 50 jährige Jubiläum in einem Festzelt beim Gasthaus Wolter statt.


Anfang des Jahres 1959 wurde beschlossen einen Feuerwehrwagen anzuschaffen. Da von diesem Zeitpunkt an der Platz im Spritzenhaus nicht mehr ausreichte, musste eine neue Garage gebaut werden. Da die Lage am Kirchwege gut geeignet war, entschloss man sich dazu die neue Garage ca. 50 Meter entfernt von der Alten zu bauen. Die Gemeinde bat alle Einwohner um eine Spende, entweder in Sachwerten oder etwas Geld, zum Bau der Feuerwehrgarage.

In 400 Maurerstunden und 800 sonstigen Arbeitsstunden wurde von den Kameraden eine neue Garage gebaut. Am 1. Mai 1959 wurde das Richtfest gefeiert.

In einer Feierstunde wurde am 7. Juni 1959 das Feuerwehrhaus von Landrat Hahn und Kreisbrandmeister Hermann Meyer eingeweiht. Ebenfalls fand die Fahrzeugübergabe statt. Ein Löschgruppenfahrzeug (LF 8), Typ Opel Blitz, wurde der Feuerwehr Boltersen übergeben.

Unter den Gästen waren neben den Einwohnern des Ortes, der Gemeinderat sowie die Ortsbrandmeister der befreundeten Feuerwehren Scharnebeck, Rullstorf, Lüdersburg, Neetze und Wendhausen.

Da es zu diesem Zeitpunkt noch kein Batterieerhaltungsgerät gab und die Garage nicht beheizt war, wurde alle 14 Tage eine Bewegungsfahrt durchgeführt, um die Einsatzbereitschaft des Feuerwehrwagens zu gewährleisten.
Na
chdem die Feuerwehr Boltersen einen Feuerwehrwagen hatte wurden Übungsdienste und Weiterbildungen mit den Feuerwehren aus den Nachbarorten durchgeführt. Durch das motorisierte Fahrzeug konnten nun bei Einsätzen auch die Nachbarorte unterstützt werden.

Zu Beginn der sechziger Jahre wurde für den Katastrophenschutz und den Bundesluftschutz eine Sirene auf dem Hausdach des Hofes Röhr, dem heutigen Seniorenheim Kuhn, installiert. Auf Antrag der Gemeinde Boltersen konnte die Sirene dann auch zur Alarmierung der Feuerwehr eingesetzt werden. Die Telefonleitung des Hofes Röhr bekam eine zusätzliche Telefonnummer und so konnte die Sirene dann über die Einsatzleitstelle automatisch ausgelöst werden. Später wurde die Alarmierung auf eine Funkfrequenz umgestellt.

Ende der sechziger Jahre wurden vorerst noch einfache Filtermasken bei der Brandbekämpfung eingesetzt, welche später schnell durch umluftunabhänige Atemschutzgeräte ersetzt wurden.

Seit 1971 nahmen die Feuerwehrmänner an Lehrgängen in der neu gebauten Feuerwehr technischen Zentrale (FTZ) in Scharnebeck teil.

Am 21. September 1971 wurde unter der Leitung des heutigen Ehrenortsbrandmeisters Hermann Suhrke eine Jugendfeuerwehr gegründet. Arthur Hagemann und Heinz Hagemann übernahmen als erstes die Funktion des Jugendwartes bzw. stellv. Jugendwartes und leiteten mit ihrer Arbeit ein erfolgreiches Kapitel in der jetzt 100jährigen Geschichte unserer Feuerwehr ein.

Nach der Gebietsreform im Jahre 1974 wurde Boltersen ein Ortsteil der Gemeinde Rullstorf.
Die Ausrüstung und Unterhaltung der Feuerwehr ging somit von der Gemeinde Boltersen auf die Samtgemeinde Scharnebeck über.

1975 wurde das Feuerwehrhaus erweitert. Ein Schulungsraum, eine Küche und Toiletten wurden angebaut. Somit bestand nun auch die Möglichkeit im Winter in beheizten Räumen Unterricht abzuhalten. Vorher diente die Garage als Unterrichtsraum indem der Feuerwehrwagen herausgefahren wurde und Tische und Bänke aufgestellt wurden.

1977 ersetzte eine neue Tragkraftspritze (TS) der Marke Magirus die alte Pumpe. Die alte Motorspritze, die Anfang der fünfziger Jahre von der Royal Airforce erworben wurde, kann noch heute im Feuerwehr Museum in Neu Tramm bei Dannenberg besichtigt werden.

Das 75jährige Jubiläum wurde am 23. und 24. Juli 1977 gefeiert. Am Abend des 23. Juli fand ein Festball in einem Zelt beim Gasthaus Wolter statt. Für Musik und Unterhaltung sorgte die damals sehr bekannte Schlager Sängerin Mara Landin (Schuld war nur der Bossonova). Am Sonntag, den 24. Juli wurden auf dem Sportplatz in Neu Boltersen die Wettkämpe veranstaltet. Bis heute weiß niemand wer Schuld am Dauerregen hatte, der den Veranstalter und die Gäste während der gesamten Veranstaltung plagte.

Im Jahre 1981 wurde das LF 8 nach 22 Jahren ausgemustert und ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF), Aufbau Ziegler auf einem VW LT, angeschafft.

Mitte der achtziger Jahre angeschaffte neue Funkmeldeempfänger, sorgten dafür, dass bei kleineren Einsätzen nicht mehr die ganze Feuerwehr mit der Sirene alarmiert werden muss.

Im laufe der Jahrzehnte änderten sich auch die Einsatzsituationen der Feuerwehr in Boltersen. Früher wurde nur zu Brandeinsätzen alarmiert. Heutzutage sägt die Feuerwehr vom Wind umgestürzte Bäume von den Straßen, streut Ölspuren ab, pumpt nach starken Regenschauern oder Rohrbrüchen Wasser aus voll gelaufenen Kellern, sucht vermisste Personen oder fährt nach einer automatischen Alarmierung durch die Brandmeldeanlage zum Seniorenheim, wo schließlich einhundert Menschen auf Hilfe warten.

1999 ist das Feuerwehrhaus erneut umgebaut worden. Eine neue Küche, sowie eine zweite Garage für Gerätschaften wurden angebaut. Auf des Flachdach wurde ein Walmdach gebaut und der Dachboden dient als Abstellraum.

Im September 2000 wurde ein Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Boltersen gegründet.
Bereits nach zwei Jahr konnte der Verein 93 Mitglieder verzeichnen. 2013 sind es jetzt 114 Mitglieder

Im vorhergehenden Jahr ersetzte eine neue TS 8 vom Typ Fox der Firma Rosenbauer die alte TS, da erforderliche Reparaturen sehr kostenintensiv geworden wären.

Im Jahr 2002 konnte von der Feuerwehr Lauenburg Elbe ein gebrauchter MTW vom Förderverein erworben werden und somit die Beförderung der Jugendfeuerwehr unterstützen.

Im folgenden Jahr wurden die Feuerwehren im Landkreis Lüneburg in Züge eingeteilt. Unsere Wehr bildet mit den Nachbarwehren Scharnebeck und Rullstorf den 1. Zug von vier Zügen der Samtgemeinde Feuerwehr Scharnebeck.

Gleichzeitig wurden wir in die Kreisfeuerwehrbereitschaft Lüneburg 2 intrigiert und bilden mit den Feuerwehren Adendorf, Erbstorf, Scharnebeck und Rullstorf den Gefahrgutzug des Landkreises Lüneburg.


Harte Arbeit
Harte Arbeit

Das TSF wurde nach 22 Jahren im Jahre 2005 durch ein gebrauchtes LF 16/12 der Landesfeuerwehrschule Schleswig Holstein ersetzt und in einer Feierstunde von der Samtgemeinde Scharnebeck an die Ortswehr übergeben.





Im Jahre 2011 wurde im Rahmen einer Zusammenarbeit der Samtgemeinde Scharnebeck, der Gemeinde Rullstorf und unseres Fördervereins ein neuer MTW (Opel Vivaro) beschafft und der Feuerwehr übergeben. Das Fahrzeug konnte zwei Tage vor Weihnachten vom Hersteller abgeholt werden und alle freuten sich über dieses besondere „Weihnachtsgeschenk“ für die Ortsfeuerwehr


Es ist geschafft
Ist er nicht schön

Seit dem 05.Mai 2012 haben wir auch eine Kinderfeuerwehr. Sie wurde am Samstag Nachmittag in einer Feierstunde zusammen mit den Eltern und zahlreichen Gästen gegründet. Es nehmen 14 Kinder an den Diensten teil.

Zur Zeit besteht unsere Wehr aus 28 aktiven Mitgliedern , davon 6 Frauen und 22 Männer ,  4 Mädchen und  7 Jungen der Jugendabteilung und 7 Mädchen und  9 Jungen der Kinderabteilung sowie  10 Mitgliedern der Altersabteilung.